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Pünktlichkeit

Wenn in einem Strickblog ein Artikel mit Pünktlichkeit betitelt ist, dann könnte er rein theoretisch von Strickmustern und Design handeln*. Tut er aber nicht, es geht hier tatsächlich um das naheliegendste, nämlich um die Kunst zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Ok, in der eigentlichen Definition steht nichts vom richtigen Ort. Aber, wenn man pünktlich am falschen Ort ist und dann den Fehler bemerkend an den richtigen Ort hetzt, kann man sich noch so beeilen: Man wird spät dran sein.

Respekt sollte nie aus der Mode kommen

Pünktlich einen vereinbarten Termin oder Zeitpunkt einzuhalten, gilt in Deutschland als eine Tugend. Dies hat eine lange Tradition und wird so gesehen, seit Friedrich Wilhelm I. den Thron des preußischen Königs bestieg. Unpünktlichkeit hingegen gilt als unhöflich und wird je nach Ausmaß als grobe Respektlosigkeit oder sogar Beleidigung wahrgenommen.

Leider ward sie mir nicht in die Wiege gelegt, die Pünktlichkeit. Meine heutige Pünktlichkeit musste ich mir über sehr viele Jahre hart erarbeiten. Ich weiß nicht, woran das liegt. Vielleicht gibt es ein Pünktlichkeitsgen und ich habe genetisch einfach Pech? Vielleicht sabotiert mich die kleine Rebellin in mir, die nicht preußisch sein mag? Vielleicht liegt es auch daran, dass ich immer so viele Dinge zutun und im Kopf habe, weshalb mir jede Sekunde kostbar erscheint und nicht mit zu frühem Ankommen verschwendet werden darf? Ich weiß es nicht!

Être Prussien est un honneur, mais pas plaisir. („Preuße zu sein ist eine Ehre, aber kein Vergnügen.“ )

Französisches Sprichwort

Aus welchem Grund meine innere Uhr auch nachgehen mag, ich finde es doof. Ich befinde mich in einem ständigen Wettlauf gegen die Zeit, schütte jede Menge Stresshormone aus, bei allen Versuchen pünktlich zu sein. Das ist weder gesund noch macht es Spaß. Bestimmt bekommt man davon außerdem auch Falten.

Immer ein Pocket-Projekt dabei

Für stressfreie Pünktlichkeit habe ich deshalb das Stricken von Pocket-Projekten begonnen. Das sind kleine Projekte, mit wenig Wollverbrauch. Sie lassen sich einfach mitnehmen, denn 100 g Wolle passen immer irgendwie noch in die Tasche. Ein Pocket-Projekt hat ein unkompliziertes Muster, das sich ohne viel nachdenken einfach runterstricken lässt. Verpackt in einem leichten Projektbeutel lässt es sich überall hin mitnehmen. Ich nutze meinen personalisierten Beutel, ein Geschenk vom Strickprofi Carina.
Mit meinem Pocket-Projekt gehe ich so aus dem Haus, dass ich ein bisschen zu früh bin. Die entstehende Wartezeit überbrücke ich mit ein paar schnellen Reihen.

Knitting to go. That’s what makes me happy. Probiert es aus. Ich glaube, wenn die Menschen weniger hetzen würden, könnte die Welt ein entspannterer Ort sein. Oder?

Pia
>j<

*P.S.: Apropos Punkte, ich hätte auch sehr gerne über den Dot Dot Dash Pullover von Midori Hirose gebloggt. Aber noch ist er nur ein Wunschprojekt in meiner Ravelry-Favoriten-Liste. Vielleicht in anderes Mal.

3 Kommentare

  • Andrea Karminrot

    Hallo Pia
    Ich gehöre zu den Menschen die immer pünktlich sind. Im Grunde weiß ich aber nicht, woher ich das habe. Ich musste über lange Jahre lernen, dass es mir keine Bauchschmerzen machen muss, wenn ich nicht eine Viertelstunde vorher da bin.

    Mitnehmprojekte sind immer prima. Den Pullover würde ich übrigens auch stricken wollen. Der sieht zauberhaft aus.
    Liebe Grüße
    Andrea

  • carina

    Liebe Pia – mag sein, dass die „innere Uhr“ ein Gen ist, ich weiß es nicht, aber die Idee der Pocket Projekte (tolles Wort!) mag ich sehr. Damit läßt sich ganz wunderbar die Zeit überbrücken, bis die da sind, die keine innere Uhr haben 😉
    Liebe Grüße
    Carina.

    PS: Der dot dot dash Pullover sieht aus, als ob er Dir schon gehört.

    • Pia

      Liebe Carina,
      stimmt, mit einem Pocket Projekt in der Hand lässt es sich viel entspannter auf Zuspät-kommer reagieren 🙂
      Der dot dot dash, hach.. mal sehen, wann der was wird.
      Liebe Grüße
      Pia

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